AUGUST 2011

KUNSTSTOFF-DACHBAHNEN
Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahnen:
Ökologische Verantwortung bringt umfassenden Gewinn für Mensch und Umwelt

Nachhaltigkeit rückt als Thema beim Planen, Bauen und Betreiben zunehmend in den Vordergrund. Nachhaltigkeit wird durch Deklarationen und Zertifizierungen der Produkte, sowie der Einsatz der Produkte hergestellten Bauwerke ausgewiesen.

Der Ressourcenverbrauch, der Einfluss von Produkt und gebauter Umwelt auf Mensch und Umwelt über den gesamten Lebenszyklus hinweg - ein vielschichtiges Thema, dem sich die Mitglieder des Industrieverband Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahnen DUD e.V. schon seit vielen Jahren stellen und dazu Handlungsmaximen erarbeitet haben.

Hohe Produktqualität, dokumentierte Langlebigkeit, die ökologische Optimierung der Rohstoffzusammensetzung sowie die Verbesserung des Herstellprozesses nach LEED-Vorgaben sind einige Aspekte. Die Mitarbeit in der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) und die Erarbeitung von EPDs (Enviremental Product Declaration) sind weitestgehend abgeschlossen.

Schon seit mehr als zehn Jahren vom Markt nicht mehr wegzudenken sind Kunststoff-Dachbahnen, die einen aktiven Beitrag zur Umwelt leisten: Solardachbahnen bieten ein ökologisches Plus gegenüber anderen Abdichtungsvarianten. Die im DUD zusammenarbeitenden Hersteller bieten integrierte einschichtige und zweischichtige Systeme sowie aufgeständerte Varianten. Für jede Anwendung und Dachkonstruktion findet sich darunter die passende praxisgerechte Lösung. Allen gemeinsam ist der zusätzliche Nutzen durch die Energiegewinnung.

Schon lange vor dem europaweiten Deponierungsverbot hatte die Branche eine eigene Lösung für die Wiederverwertung ausgedienter Kunststoffdachbahnen entwickelt. Seit mehr als zehn Jahren existiert bereits eine flächendeckende, materialübergreifende und handwerkergerechte Branchenlösung (ROOFCOLLECT®), die alle einsammelbaren Kunststoff-Altdachbahnen systematisch dem Recycling und anschließender Wiederverwertung zuführt. Die Mengenbilanz lag 2010 bei 1500 Jahrestonnen. Die freiwillige Selbstverpflichtung ist europaweit vorbildhaft und hat außerhalb Deutschlands viele Nachahmer gefunden.


Lifecycle - Ökobilanz nach internationaler Norm
Mit der ersten Umwelt-Produktdeklaration EPD nach den strengen Standards des renommierten Institut Bauen und Umwelt (IBU), Königswinter, ist erneut die Vorreiterstellung der Kunststoffdachbahn dokumentiert. Zum Kern jeder Umwelt-Produktdeklaration gehört eine ausführliche Ökobilanz. Durch die umfassende Betrachtung eines Bauprodukts von der Zusammensetzung, Beschaffung und Herstellung über die Anwendung und Verarbeitung bis hin zum Rückbau und der Entsorgung hebt sich die EPD des IBU gegenüber den meisten anderen Umweltdeklarationen deutlich ab. Die Deklaration beinhaltet eine unabhängige Überprüfung und entstand in enger Verzahnung mit Bau- und Umweltbehörden in Deutschland sowie dem internationalen Normungsprozess. Sie basiert auf der internationalen Norm ISO 14025. Mit Hinblick auf die Gebäudezertifizierung nach DGNB-Richtlinien gewinnen EPDs besondere Bedeutung.

Christiaan Huygens College Eindhoven

Umbau des Tengelmann Supermarkts in Mülheim/Ruhr

 
Nachhaltigkeit durch Energiegewinn
Neubau und Sanierung können gleichermaßen einen Beitrag zur Nachhaltigkeit von Gebäuden leisten. Neubauten, die Energie für den Eigenbetrieb und darüber hinaus liefern sind Zukunftsmodelle. Die erste CO2-neutrale und Energie liefernde Schule wurde kürzlich in den Niederlanden in Betrieb genommen. Kernstück ist das Energiedach. Das Christiaan Huygens College Eindhoven setzt mit dieser Bauweise neue Maßstäbe in Sachen Energiegewinnung. Das Energiedach kombiniert photovoltaische Stromproduktion mit solarthermischer Wärmegewinnung. Das Dach kann auch einen direkten Beitrag zur Kühlung eines Gebäudes leisten. Dabei fließt dann z.B. im Sommer kühles Wasser durch die Fußbodenheizung. Nachts kann überschüssige Wärme über das Energiedach® abgestrahlt werden. Die in Eindhoven erzeugte Energie aus Wärme und Strom reicht aus, um den kompletten Schulkomplex, die Sporthalle und mehrere angrenzende Häuser zu versorgen. Die überschüssige Energie wird in speziell entwickelten Systemen gespeichert und kann im Winter zum Heizen abgerufen werden. Als energieeffizientes Pilotprojekt hat Tengelmann den Umbau des Supermarkts in Mülheim/Ruhr realisiert; die Auswertung wird zeigen, ob die Maßnahmen das Unternehmensziel: "Reduktion des Energieverbrauchs um 20 Prozent bis 2020" sinnvoll unterstützen und sich auch auf andere Um- und Neubauten übertragen lassen. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes beläuft sich auf nur 3,3 kWh. Der Stromverbrauch wurde auf die Hälfte gedrosselt. Davon werden 13 Prozent auf dem Dach und an der Fassade photovoltaisch erzeugt. Für den Reststrombedarf wird zu 100 Prozent Ökostrom (Wasserkraft) bezogen. Eine Dachintegrierte PV-Anlage bietet eine Gesamtleistung von 43 kWp. Das Solarsystem mit geringem Gewicht wurde mit einem luftdichten und energetisch optimierten Dachpaket und einer extrem langlebigen, recycelbaren und Kunststoff-Dachbahn kombiniert.

Mitmachen beim DUD-Gewinnspiel hat sich gelohnt!

Viele haben sich beteiligt, aber nur einer konnte gewinnen.
Dachdeckermeister Dirk Knoll, Holzappel/Westerwald, war der Glückliche, der den unter den Teilnehmern am Gewinnspiel des Industrieverbands Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahnen DUD e.V. ausgelobten weißen iPAD 2 gewonnen hat.
Herzlichen Glückwunsch!

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